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recto: Grabmal Julius' II.: Aufriss, Seitenansicht

104.1   Aufriss rechte Hälfte und Seitenansicht

TECHNIKFeder in Braun über Graphitvorzeichnungen; Lineal, Details oft freihändig ergänzt; Schnitt [104.1.1] und Ansicht [104.1.2] sind durch horizontale, mit dem Lineal gezogene Bleistiftlinien untereinander verbunden, so dass ein korrektes Verhältnis von Aufriss und Schnitt zumindest intendiert war.
BEISCHRIFTENkeine bis auf Verweisbuchstaben für die Details und „el toutte“ unterhalb von [104.1.2] für die Gesamtbreite des Grabmals
NUMERIERUNG / POSITION:
33“ / linke untere Ecke, 90° nach links = zu [104.1.1]
34“ / unterer Rand, rechts, 90° nach links = zu [104.1.2]
Anmerkung: Auf eine einzelne Auflistung der 8 freihändigen Detailskizzen zu einzelnen Profilen und Ornamenten wird hier verzichtet.

 

104.1.1 Schnitt mit Seitenansicht des Risalits

POSITIONlinke Seite des Blattes
TECHNIKFeder in Braun über Graphitvorzeichnung der wichtigsten Konstruktionslinien, weitgehende Verwendung des Lineals; kleine freihändige Skizzen rechts neben der Zeichnung (zwischen [a] und [b]) dienen der Erfassung von Details, so z. B. des Gesimsprofils von „G“;
Kommentar: Der Schnitt ist durch die Mittelachse des Grabmals geführt und zeigt daher in korrekter Orthogonalprojektion den Aufriss der links (vom Betrachter aus rechts) anschließenden Seitenwand des vorspringenden Pfeilers; ein Schnitt durch die vorspringende rechte Teilarchitektur mit ihrer Nischengliederung wird nicht gegeben. Der unterhalb des Kranzgesimses erscheinende Kopf wird ebenfalls im Profil wiedergegeben.
MASSSTAB:
Bsp.:
Höhe eines des Wandfeldes „M“: „p3 - o5 - ø6 ½“ = 63,5 mm
Breite desselben Wandfeldes: „p1 - o8 - ø2“ = 25,5 mm

 

104.1.2 Aufriss mit zentralperspektivischer Ansicht der rechten Hälfte

POSITIONrechte Blatthälfte
Kommentar: Der Aufriss der rechten Grabmalshälfte gibt dessen Tiefenerstreckung mit vielen Maßen in Zentralperspektive wieder, wobei aber die Orthogonalansicht der dem Betrachter frontal gegenüberliegenden Teile gewahrt wird. Die Verwendung dieser Projektionsart ist - angesichts er nebenstehenden korrekten Orthogonalprojektion bemerkenswert.
Besonderheiten: Auffallend ist, dass sämtlicher skulpturaler Schmuck des Grabmals bis auf zwei eher uncharakteristisch wiedergegebene Köpfe an den Stirnseiten der Verkröpfungen des oberen Frieses völlig fehlt. Dies könnte möglicherweise ein Indiz dafür sein, dass die Aufnahme vor der Aufstellung der Statuen angefertigt wurde, was eine recht genaue Datierung erlauben würde. Da das Grabmal 1548 fertig übergeben wurde, sollte diese Zeichnung also vorher entstanden sein, denn selbst wenn man annimmt, dass der Zeichner sich die nicht geringe Mühe gemacht haben sollte, um die aufgestellten Statuen ‘herumzumessen’, so ist es doch zumindest wahrscheinlich, dass er deren Sockel mit aufgenommen hätte. Da diese aber ebenfalls fehlen, bleibt nur der Schluß, sie hätten zum Zeitpunkt der Aufnahme komplett gefehlt. Daraus ließe sich außerdem folgern, dass der Zeichner gerade nicht zum Umkreis Michelangelos gehörte, sonst hätte er zu Plänen und anderen Details Zugang gehabt. Statt der Skulpturen sind aber auffälligerweise alle für einen Steinmetz relevanten Details der Architektur genauestens wiedergegeben und vermessen.

 


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